Fox-Pitt, Kelton und das geheime Dokument

Im Verfahren MLP ./. finanzparasiten.de vor dem Landgericht Hamburg ging es u.a. darum, ob man MLP zur {uns verbotene Begriffe} zählen dürfe und dass wir den vorgeblichen “Beratern” etwas unterstellt hätten, was nach Meinung der Richter als “Lügen” und “Betrügen” aufzufassen sei.

Um diese falsch ausgelegten und vom MLP-Advokaten auch noch zu Tatsachenbehauptungen stilisierten Meinungsäußerungen beweisen zu können, hatten wir dem Gericht ein “zu Händen von Lautenschläger und Termühlen” bestimmtes - mit “streng vertraulich” gekennzeichnetes - Schreiben der Investment Bank Fox-Pitt, Kelton vorgelegt, von dem wir mal besser nicht sagen, wo wir es her haben. Diese Bank stand bezüglich der MLP-Aktie zu MLP in einem Vertrauensverhältnis.

Das geheime Schreiben betraf die - höflich ausgedrückt - “umstrittene” Bilanzierungspraxis von MLP. Es datiert auf den 17.November 2000 - den Tag einer außerordentlichen Hauptversammlung. Zum Inhalt werden wir uns nicht öffentlich äußern - wir achten das Gesetz des Schweigens! Fox-Pitt, Kelton war es dann auch, die in Kenntnis der MLP-Gchäftsinterna ihren anderen Kunden schließlich vom Kauf der damals äußerst beliebten MLP-Aktie dringend abriet. Bald darauf wurde der MLP-Bilanzskandal ruchbar, der zu einer Implosion der aufgeblasenen MLP-Aktie um 89% führte.

Mit diesem Schreiben wollten wir etwas glaubhaft machen, das unsere angeblichen “Tatsachenbehauptungen” stützte. Manche Leute haben eine Menge riskiert, um derartige Dokumente zu besorgen, und die Empfänger haben sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Der gute Mann, der die Wieslöcher vertritt, hatte sich zu diesem Schreiben denn auch mit keinem Wort geäußert.

Wie nun würde es die geschätzte Pressekammer des Landgerichts Hamburg schaffen, dieses heftige Angebot zur Glaubhaftmachung eines schlechten Charakters der Wieslöcher auszuräumen?

Ganz einfach: Die hanseatischen Rechtsausleger haben das brisante Schreiben mit keinem Wort erwähnt! Stattdessen heißt es im Urteil ohne nähere Ausführung lapidar, wir hätten unseren Standpunkt nicht glaubhaft gemacht. Schade aber auch …

Wir fragen uns: Wenn der Gegner ohnehin nicht angehört wird, warum dann eigentlich überhaupt noch ein Prozess? Einer, den wir bezahlt haben? Oder wäre möglicherweise ein teurer Hamburger Anwalt eher angehört worden?

2 Reaktionen zu “Fox-Pitt, Kelton und das geheime Dokument”

  1. Jochen Hoff

    Die deutsche Justiz ist in ihrer Gesamtheit schon etwas seltsam. Zum einen war es ihr nach 1945 nicht vergönnt sich von der Freislerschen Juristerei zu befreien, noch wurde ihre Rolle in der NS-Zeit aufgearbeitet.
    Dem verdanken wir einige aufschlußreiche Urteile bis zum heutigen Tage.

    Aber das ganze hat ein gutes. Man nimmt das Hamburger Urteil, legt Berufung ein und lässt diese abweisen. Dann geht man zum europäischen Gerichtshof.

    Wir werden die deutsche Justiz nur über Europa dazu bringen rechtmäßige Urteile zu sprechen.

  2. Alexander Kirschweng

    Ja, es ist schon erstaunlich, wie selektiv manche Gerichte Unterlagen verwerten oder nicht verwerten. Übrigens, man sollte vorab immer prüfen, ob ein Richter MLP-Kunde ist oder nicht. Das gilt natürlich auch für Staatsanwälte und gegnerische Rechtsanwälte.

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