Langer Manfred

langer manfredDer Gründerunternehmer Manfred Lautenschläger rechnet es sich in seinen Memoiren als Großtat an, 1992 ein eigenes 17-stöckiges Gebäude hochzuziehen, das seinem Temperament entsprechend das höchste von Heidelberg sein muss. Dem einflussreichen Großsteuerzahler gelingt es, sich über die örtlich limitierte Bauhöhe hinwegzusetzen, obwohl es dort im Emmertsgrund, einer Randlage von Heidelberg, genug Baufläche für ein geringer dimensioniertes Bauwerk gibt.

Wenige Jahre später erweist sich der unspektakuläre Verwaltungsbau für die expandierende Firma MLP als angeblich zu knapp bemessen, sodass die Zentrale 2002 nach Wiesloch verlegt werden wird. Eigentümer des Gebäudes, das laut Lautenschlägers Behauptung im Volksmund „Langer Manfred“ genannt werden soll, ist Lautenschläger persönlich, der es zunächst an MLP vermietet, später an die Notgeburt Heidelberger Leben AG und auf diese Weise erneut am Vermögen der Aktiengesellschaft partizipiert.

Bild: Campus-Verlag/MLP.

Obwohl der “lange Manfred” schon seit Jahren kein MLP-Objekt mehr ist und auch das Logo längst entfernt wurde, geistert er als MLP-Symbol noch immer durch die Medien, so auch etwa gestern.

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